Deutschland

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Deutschland

Zwei Tage und 145 km war ich in Deutschland unterwegs. Erst am Abend des Abreisetages schaffte ich es, von München aus loszufahren. Ich weigerte mich zunächst, das Gefühl der Melancholie zur Kenntnis zu nehmen, das mich befiel, als ich zum letzten Mal für lange Zeit durch das Stadtzentrum fuhr. Am Hofgarten spielte eine vierköpfige Band und es kamen erste Sommergefühle auf.

Noch in der Stadt fragten mich die ersten Leute, wo es hingeht. Dem ersten Frager antwortete ich: Über Salzburg nach Bangkok. Wir mussten beide lachen. In einem südbayrischen Dorf stand eine Scheune, an deren Wand zur Dekoration alle möglichen Dinge drapiert waren. Unter lauter hölzernen Gerätschaften war auch eine Motorhaube eines Autos angebracht, auf dem eine vollbusige Blondine abgebildet war. Ich griff zur Kamera, um das „Kunstwerk“ abzulichten. Der Scheunenbesitzer kam in Latzhosen und weißem Vollbart auf mich zu. Er bot mir tatsächlich an, seinen Traktor beiseite zu fahren, damit ich die Scheune besser fotografieren kann. Ich konnte ihn schließlich davon abbringen.

 

 

 

Kurz darauf fragte mich seine Nachbarin, eine stämmige, bäuerliche Frau, wo ich hin will. Ich sagte wieder „nach Bangkok“. Und darauf Sie: „Mei, bist du närrisch? Ja gehts nach Bangkok da oder da lang?“ Dabei deutete Sie mit der Hand einmal die Dorfstraße hoch und das andere mal die Dorfstraße hinunter. Ich zeigte in die eine der beiden Richtungen, worauf Sie zufrieden war. Sie wünschte mir viel Glück und alles Gute. Und ich fuhr weiter, am Chiemsee vorbei nach Salzburg.

 

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Mit dem Fahrrad quer durch Europa und Asien