Kleidung

Grundsätzlich gilt natürlich: Es muss kein Schönheitspreis gewonnen werden, sondern es geht darum, in jeder Situation die Überlebensfähigkeit sicherzustellen. Umso weniger man mitnimmt, desto besser. Hauptsache es ist genug, dass man unterwegs nicht friert. In unserem Fall galt es eine Temperaturspanne von -20°C bis +40°C abzudecken, was wir mit der Anwendung des Zwiebelprinzips versuchten.   

Oberkörper:

Drei T-Shirts, zwei Fleece-Pullis, ein langärmeliges Thermounterwäscheteil, eine leichte Daunenjacke, eine GoreTex-Regenjacke kamen mit. Alles leicht und bis auf die Daunenjacke schnelltrocknend. Im Winter war noch ein Pullover mehr dabei. Gefroren habe ich dann im Hochgebirge damit trotzdem, insbesondere auf längeren Abfahrten. Es bietet sich in solchen Situationen an, Einheimischen eine Watte- oder Felljacke abzukaufen.

Beine:
Eine lange Unterhose aus Kunstfaser, eine Fleece-Hose, eine windabweisende Soft Shell-Überhose und eine Regenhose kamen mit. Auch hier war alles leicht und schnell trocknend. Im winterlichen Hochgebirge hat mir auf dem kalten Sattel manchmal noch eine dicke, warme, kurze Hose gefehlt, um die Blase warm zu halten.

Füße:
Im kältetechnischen Härtefall auf dem Rad erfrieren in der Regel zuerst die Füße, dachte ich zumindest vorher. Deshalb kamen Kunstfasersocken, Dampfsperre, 2 Paar dicke Merinowolle-Socken und ein Paar Neoprensocken mit. Schuhe mit elastischer Sohle unterstützen die Fußdurchblutung beim Treten der Pedale. Trekking-Sandalen kamen natürlich auch mit, für die heiße Jahreszeit und zum Queren von Bächen, sowie für den Winter in Kombination mit den Neoprensocken. Es zeigte sich, daß die Kälte für die Füße kaum ein Problem war. Mehr als ein paar dicke Socken und geschlossene Schuhe hatten wir nie an.

Hände:
Für die Hände waren Kunstfaser-Fingerhandschuhe, zwei Paar dicke Wollfäustlinge und Überhandschuhe als zusätzlicher Windschutz dabei. Handschuhe basierend auf Kunstdauen sind weniger geeignet. Die isolieren bei Druckbelastung wie beim dauerhaftes Festhalten des Lenkers nicht, weil die Isolationsschicht zusammen gedrückt wird. Trotz der ganzen Handschuhe froren mir im winterlichen Hochgebirge immer wieder die Hände steif, vor allem bei längeren Abfahrten. Ich war dann jeweils zum Absteigen und Aufwärmen gezwungen, sofern das überhaupt möglich war. Einheimische Motorradfahrer verwenden bei solchen Bedingungen häufig extrem dicke Fäustlinge, die am Lenker befestigt sind und die Griffe des Lenkers mit umschließen. Derlei Konstruktionen waren mir aber zu riskant, da man im Falle eines Sturzes möglicherweise die Hände nicht schnell genug vom Lenker los bekommt.

Kopf:
Eine leichte Mütze als Sonnenschutz, eine warme Mütze, die über die Ohren geht und eine Sturmmaske kamen mit. Letztere schützt vor Erfrierungen im Gesicht bei kaltem Wind und schont die Lunge beim Atmen in starker Kälte und trockener Luft. Insbesondere in großen Höhen wird letzteres relevant, um einer Lungenentzündung vorzubeugen. Nach anfänglichem starken Reizhusten im winterlichen Hochgebirge trug ich die Sturmmaske täglich sowohl tagsüber als auch nachts. Das bewährte sich bestens und ich hatte fortan keinerlei Atemwegsprobleme mehr.

Mit dem Fahrrad quer durch Europa und Asien